Was ist ein individuelles Anlagekonto (INR)? Die NLB veröffentlicht die erste Preisliste.
Das Individual Investment Account (INR) ist ein neues Bankprodukt für langfristiges Sparen, das im März 2026 in Slowenien eingeführt wird. Es handelt sich um ein spezielles Anlagekonto für Privatpersonen (steuerlich ansässige Personen in Slowenien), über das der Anleger schrittweise ein Portfolio aus Aktien, Anleihen, Fonds und anderen Finanzinstrumenten aufbauen kann, die steuerlich anders behandelt werden als ein klassisches Handelskonto.
Ziel des INR ist es, kleinere Anleger zu ermutigen, aktiv an den Kapitalmärkten teilzunehmen und langfristig zu sparen, da das System jährliche Beitragsgrenzen und Steueranreize einführt, die das Sparen über einen längeren Zeitraum stärken.
Wie funktioniert die INR-Methode und welchen Zweck hat sie?
Das INR-Konto ist ein spezielles Handelskonto, über das der Kontoinhaber zugelassene Finanzinstrumente kauft und verkauft. Sie können damit schrittweise sparen und Ihre Investitionen transparent an einem Ort verwalten. Laut Gesetz können Sie zunächst bis zu 20.000 Euro und anschließend jährlich bis zu 5.000 Euro (auf das Hauptkonto) einzahlen. Zusätzlich stehen Ihnen jährlich weitere 5.000 Euro auf einem separaten slowenischen Unterkonto für inländische Finanzinstrumente zur Verfügung. Die Gesamteinlage darf 150.000 Euro nicht überschreiten.
Bei Auszahlungen sind Kapitalgewinne, Dividenden und Zinsen in INR steuerfrei. Die Steuer (15-%-Satz) wird erst bei der Auszahlung der Gelder erhoben. Erfolgt die erste Auszahlung erst 15 Jahre nach Kontoeröffnung (ohne zwischenzeitliche Auszahlungen), ist diese vollständig steuerfrei. Dieser Mechanismus zur Steuerstundung reduziert die Steuerbelastung und fördert das langfristige Halten von Anlagen.
Vorteile der INR für Einzelpersonen
- Steuervorteile: Anlageerträge (Kapitalgewinne, Dividenden, Zinsen) in INR sind während der Anlagezeit steuerfrei. Bei der Auszahlung der Gelder wird eine Steuer gemäß 15-% auf die Gewinne fällig. Erfolgt die erste Auszahlung jedoch erst nach 15 Jahren ab Kontoeröffnung (und ohne zwischenzeitliche Auszahlungen), sind die Erträge vollständig steuerfrei. Dadurch ist der effektive Steuersatz niedriger als bei einem regulären Wertpapierdepot, was langfristig zu einer höheren Rendite bei Ersparnissen führt.
- Vereinfachte steuerliche Behandlung: Der Anleger muss sich nicht selbst mit den Steuerbehörden auseinandersetzen. Der INR-Anbieter (Bank oder Broker) berechnet und entrichtet die Steuer auf die ausgezahlten Gelder bei der Auszahlung. Dividenden oder Gewinne müssen nicht separat in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. Dies bedeutet weniger Verwaltungsaufwand und eine einfachere Steuererklärung für den Anleger.
- Mehr Transparenz und Sicherheit: Alle Anlagen innerhalb des INR werden auf einem separaten Konto gesammelt, was eine bessere Übersicht über das Portfolio ermöglicht. Zugelassen sind ausschließlich etablierte und regulierte Anlageformen (Aktien, Anleihen, ETFs und Fonds an EU-/EWR-/OECD-Märkten), was zusätzliche Sicherheit hinsichtlich Liquidität und Kontrolle bietet. Dank der begrenzten jährlichen Einzahlungen fördert der INR zudem diszipliniertes und schrittweises Sparen über einen längeren Zeitraum.
- Flexibilität langfristiger Ersparnisse: INR eignet sich zum Sparen für größere und langfristige Ziele (Altersvorsorge, Immobilien etc.). Obwohl es sich um langfristiges Sparen handelt (Steuerbefreiung nach 15 Jahren), kann der Anleger das Guthaben jederzeit abheben oder das Konto zu einem anderen Anbieter übertragen. Bis zur Auszahlung steht ihm das Geld uneingeschränkt zur Verfügung.
Investieren mit INR: Welche Finanzinstrumente stehen zur Verfügung?
Die Gesetzgebung legt fest, in welche Finanzinstrumente über ein INR-Handelskonto investiert werden kann. Aktien, Anleihen und Schatzanweisungen, die an regulierten Märkten in der EU/im EWR/in der OECD begeben werden, sind verfügbar. Darüber hinaus sind ETFs (Marktindizes) und offene Investmentfonds (OGAW – OGAW) zulässig, die für eine breite Streuung der Anlagen bestimmt sind.
Ein spezielles slowenisches Unterkonto ist sehr wichtig. In diesem Teil des Kontos können Sie jährlich bis zu 5.000 € (zusätzlich zu den 5.000 € auf dem Hauptkonto) in slowenische Finanzprodukte (Aktien slowenischer Unternehmen, slowenische Staatsanleihen oder slowenische Fonds) investieren. Diese Option fördert zusätzlich Investitionen in inländische Wertpapiere. Anlagen mit übermäßigem Risiko oder ohne Aufsicht sind jedoch verboten. Dazu gehören Kryptowährungen, derivative Finanzinstrumente (CFDs, Optionen, Futures), unregulierte Anlagen und Wertpapiere von außerhalb der EU/des EWR/der OECD.
Kosten, Eröffnung und Verwaltung von INR Konto
Die Kosten für die Führung eines INR-Kontos variieren je nach Anbieter, sind aber so transparent und wettbewerbsfähig wie möglich gestaltet. Die Kontoeröffnung und -führung sind bei den meisten Anbietern kostenlos. Die NLB beispielsweise erhebt keine monatlichen oder jährlichen Gebühren für ein INR-Handelskonto. Kosten fallen in der Regel nur bei den Transaktionen selbst (Käufe/Verkäufe) an. Diese werden anhand der Preislisten der Anbieter berechnet; derzeit ist nur die Preisliste der NLB bekannt (mehr dazu weiter unten).
Der Anleger zahlt ausschließlich Geld auf das INR-Konto ein. Die Übertragung bestehender Anlagen von anderen Konten ist nicht zulässig. Das Konto wird nach Vertragsabschluss vom Anbieter (Bank oder Brokerhaus) verwaltet, und jeder Anleger kann nur ein einziges INR-Konto zu Lebzeiten eröffnen. Der Anbieter übernimmt die regelmäßige Überprüfung des Kontostands, die Buchhaltung, die Berechnung der Steuerbemessungsgrundlage und zieht bei Auszahlungen die Steuer nach § 15-% ab. Während der Ruhephase des Kontos (wenn der Anleger vorübergehend keine Käufe oder Verkäufe tätigt) fallen keine zusätzlichen Gebühren an (beispielsweise besteht bei der NLB die Möglichkeit, das INR-Konto kostenlos einzufrieren). Anbieter sind in der Regel verpflichtet, ihre INR-Preislisten gemäß den Vorgaben der Aufsichtsbehörde für Wertpapiermärkte zu veröffentlichen, wodurch Anleger die Kosten verschiedener Banken und Broker vergleichen können.
INR-Anbieter in Slowenien
Ab März 2026 wird der INR für Banken und Brokerhäuser (sowie autorisierte Fondsmanager) verfügbar sein. Zu den ersten Anbietern, die die Einführung des INR bestätigt haben, gehören die slowenische Bank NLB, die OTP banka, die BKS Bank und das Brokerhaus Ilirika. Weitere Anbieter (hauptsächlich Universalbanken und Wertpapierfirmen) werden im Laufe der Zeit folgen, da alle Wertpapierdienstleister eine spezielle Genehmigung benötigen und bei der slowenischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ATVP) im Register der INR-Anbieter eingetragen sein müssen.
NLB INR Preisliste: kostenlose Verwaltung, reduzierte Gebühren und Fonds
Die NLB wird ab Frühjahr 2026 zu den ersten Instituten gehören, die die Eröffnung von INR-Konten ermöglichen. Die Kontoeröffnung und -führung bei der NLB ist kostenlos; es fallen keine monatlichen oder jährlichen Gebühren an. Auch der Online-Handel mit INR ist möglich. Aufträge können über das Online-Banking oder die mobile App NLB Klik erteilt werden. Die Gebühr beträgt 0,3 % des Auftragswerts (mindestens 1 €).
Die erste Kostengruppe umfasst die Kosten für die Verwaltung der Finanzinstrumente. Diese werden einmal jährlich für das Vorjahr berechnet und orientieren sich am durchschnittlichen monatlichen Portfoliowert. Für inländische, bei der KDD registrierte Finanzinstrumente beträgt die Gebühr 0,0009 % des durchschnittlichen Portfoliowerts pro Monat. Für ausländische Finanzinstrumente ist die Gebühr höher und beträgt 0,0050 % des durchschnittlichen Portfoliowerts pro Monat. Unabhängig von der Berechnungsmethode beträgt die Mindestgebühr 9 Euro pro Jahr. Eine wichtige Ausnahme bilden Anlagen in Investmentfonds der NLB Skladi, für die diese Gebühr nicht erhoben wird.
Anleger müssen außerdem die KDD-Gebühr von 1,35 € für die Eröffnung (oder Schließung) eines Kontos berücksichtigen.
Die nächste wichtige Kostenart ist die Handelsgebühr. Bei persönlicher oder telefonischer Auftragserteilung berechnet die NLB 0,60 % des Transaktionswerts, mindestens jedoch 15 Euro. Beim elektronischen Handel beträgt die Gebühr 0,30 % des Transaktionswerts, mindestens jedoch 1 Euro. Ab 2026 erhalten alle Kunden einen Rabatt von 50 % auf diese Gebühr. Beim Kauf oder Verkauf von Anteilen an Investmentfonds aus dem Angebot der NLB Funds fällt diese Gebühr nicht an. Eine besonders hohe Gebühr wird bei Zwangsverkäufen aufgrund von Zwangsvollstreckungen oder Schuldenrückzahlungen erhoben. Diese beträgt 1,50 % des Transaktionswerts, ebenfalls mit hohen Mindestbeträgen.
Diese Gebühren werden stets durch direkte Kosten der Märkte, Börsen und Verwahrstellen ergänzt. Auf dem Inlandsmarkt sind dies vor allem die Kosten der KDD und der Börse Ljubljana. Die Börse Ljubljana beispielsweise berechnet Börsengebühren als Prozentsatz des Transaktionswertes, wobei je nach Art des Finanzinstruments bestimmte Mindest- und Höchstbeträge gelten. Auf ausländischen Märkten kommen Kosten der Ausführungspartner und der lokalen Märkte hinzu, die prozentual oder fix sein und von Land zu Land variieren können. Diese Kosten unterliegen nicht der Kontrolle der NLB und können sich ändern.
Bei der Abwicklung von Transaktionen auf dem Inlandsmarkt erhebt die NLB keine zusätzliche Gebühr für marktgängige Instrumente. Für nicht marktgängige Instrumente berechnet sie 0,10 % des Transaktionswertes, wobei die Gebühr zwischen 20 und 1.000 Euro liegt. Für ausländische Märkte beträgt die Gebühr 8 Euro pro Transaktion. Auch hier fallen direkte Abwicklungskosten an, die von der KDD oder ausländischen Unterverwahrstellen erhoben werden, häufig als Kombination aus einem Prozentsatz und einem festen Mindestbetrag.
Bei der Übertragung von Finanzinstrumenten von einem INR-Konto auf ein anderes Konto berechnet die NLB 0,10 % des Instrumentenwerts, mindestens jedoch 20 und maximal 1000 Euro. Es gibt jedoch einige wichtige Ausnahmen. Überweisungen an einen anderen INR-Anbieter, Überweisungen während einer Ruhephase, Überweisungen auf ein KDD-freies Konto und Überweisungen an einen Erben sind gebührenfrei. Es fallen jedoch geringe Bearbeitungsgebühren an, z. B. 0,50 € für die Durchführung, 10 € für die Stornierung und 1 € pro Tag für die erneute Bearbeitung des Auftrags. Direkte Kosten der KDD oder ausländischer Verwahrstellen können ebenfalls zu den Überweisungsgebühren hinzukommen.
Im Bereich Steuern und Kapitalmaßnahmen erhebt die NLB keine Gebühr für die bloße Überwachung und Durchführung von Kapitalmaßnahmen. Sie berechnet jedoch 0,50 % des Zahlungsbetrags für Dividenden, Kupons oder fällige Anleihen, wobei die Gebühr zwischen 1 € und 10 € liegt. Die Anwendung eines ermäßigten Steuersatzes im Ausland und die Erstattung ausländischer Steuern kosten 50 € pro Zahlung. Die Anmeldung zu einer Hauptversammlung auf ausländischen Märkten kostet 60 €, sonstige Kapitalmaßnahmen 10 €. Hierbei können zusätzliche direkte Kosten der ausländischen Depotbanken anfallen.
Besonders wichtig sind die Kosten für Abhebungen von einem INR-Konto. Die NLB berechnet für jede Abhebung 2 % des Abhebungsbetrags, mindestens jedoch 5 Euro und maximal 100 Euro. Als Abhebungen gelten Auszahlungen, Zahlungen während eines Zahlungsstillstands, Zahlungen an Erben und Zahlungen im Rahmen von Vollstreckungsverfahren. Dies ist einer der Hauptkostenfaktoren, der die Rentabilität beeinflusst, wenn der Nutzer häufig Geld abhebt.
Zusätzlich zu den oben genannten Punkten fallen in ausländischen Märkten direkte Verwahrungskosten an, die sogenannten Lagergebühren. Diese werden als jährlicher Prozentsatz des Portfoliowerts berechnet und variieren je nach Land. In entwickelten Märkten können sie sehr niedrig sein (beispielsweise wenige Hundertstel Prozent), in weniger liquiden Märkten hingegen deutlich höher. Diese Kosten hängen ausschließlich von den globalen und lokalen Verwahrstellen ab und unterliegen nicht der Kontrolle der NLB.
Der Nutzer trägt somit die Kosten für die Portfolioverwaltung, Handelsgebühren, Broker- und Depotgebühren, etwaige Steuern und Unternehmensdienstleistungen sowie die Kosten für Auszahlungen. Die höchsten Kosten entstehen in der Regel sehr aktiven Anlegern und solchen, die häufig Gelder abheben, während das Konto für langfristiges, weniger häufiges Trading kostengünstiger ist.
Die vollständige NLB-Preisliste in INR können Sie hier einsehen: https://www.nlb.si/osebno/varcevanja-in-nalozbe/inr.


























