Werden wir aufgrund von Speichermangel bald Computer aus der Cloud mieten müssen?
Die Zukunft des Personal Computing verlagert sich weg von lokaler Hardware hin zur Cloud. Jeff Bezos warnt davor, dass KI-Modelle der nächsten Generation so viel Rechenleistung und Speicher benötigen werden, dass ein durchschnittlicher Heim-PC sie bald nicht mehr ausführen kann. Statt alle paar Jahre teure Komponenten zu kaufen, sieht Bezos' Vision vor, dass wir einfach eine monatliche Abonnementgebühr zahlen, um über ein schlankes Client-Gerät auf einen „virtuellen Supercomputer“ zuzugreifen.
Dieser Wandel wird durch die sogenannte Speicherkrise 2026 zusätzlich beschleunigt. Die Preise für RAM-Module (insbesondere für DDR5- und GDDR7-Standards) sind rasant gestiegen, da Hersteller wie Samsung und Micron ihre gesamten Kapazitäten auf Serversysteme für Unternehmen wie OpenAI und Nvidia konzentrieren. Für den Durchschnittsverbraucher bedeutet dies, dass die Ausstattung eines Desktop-Computers mit ausreichend Arbeitsspeicher für den lokalen Betrieb komplexer KI-Anwendungen Tausende von Euro kosten würde. In einem solchen Umfeld ist Cloud Computing für die meisten Menschen die einzig wirtschaftlich sinnvolle Option.
Amazon, Google und Microsoft bereiten bereits die Infrastruktur für diese Revolution vor. Statt eines Betriebssystems auf der Festplatte greift man über eine schnelle Internetverbindung auf ein Cloud-System zu, das sich dynamisch an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Wer ein anspruchsvolles Spiel spielen oder ein Video in 8K-Auflösung bearbeiten möchte, kann die Anzahl der Kerne und den Arbeitsspeicher per Knopfdruck (gegen Aufpreis) erhöhen. Während Puristen den Verlust von Kontrolle und Privatsphäre befürchten, hält Bezos dieses Modell für unausweichlich. Die physischen Computer unter unseren Schreibtischen werden bald nichts anderes sein als teure „Schreibmaschinen“, während die wahre digitale Rechenleistung in den Clouds der großen Technologiekonzerne verborgen bleibt.


























