Chinesische Wissenschaftler stellen Nahrung aus dem Nichts her.
Ein Expertenteam des Tianjin Institute of Industrial Biotechnology hat ein System zur künstlichen Stärkesynthese entwickelt, das weder Ackerland noch traditionelle Landwirtschaft benötigt. Mithilfe eines innovativen chemisch-enzymatischen Verfahrens konnten sie Kohlenstoff isolieren und in komplexe Kohlenhydrate umwandeln. Unter Laborbedingungen produzierte dieses System in einem Jahr so viel Stärke wie ein rund 2.500 Quadratmeter großes Maisfeld.
Die natürliche Photosynthese in Pflanzen mit 5 bis 50 cm langen Blättern ist ein relativ komplexer Prozess, bei dem nur ein geringer Teil der Sonnenenergie in Form von Nährstoffen gespeichert wird. Das chinesische Verfahren hingegen arbeitet bis zu zehnmal schneller, was die Kosten für Tierfutter und Rohstoffe für Biokunststoffe drastisch senken könnte. Sollte die Technologie industriell umgesetzt werden, könnte eine Tonne dieser Stärke zukünftig weniger als 320 € kosten und wäre damit konkurrenzfähig mit natürlicher Stärke.
Diese Errungenschaft trägt nicht nur zu einer höheren Ernährungssicherheit bei, sondern stellt auch ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel dar. Durch die direkte Abscheidung von CO₂ aus der Luft und dessen Umwandlung in stabile Stoffe könnten die Treibhausgaskonzentrationen reduziert werden. Wissenschaftler arbeiten derzeit daran, den Energiebedarf des Verfahrens zu senken, um die Technologie bis 2030 für den globalen Markt wirtschaftlich rentabel zu machen.

























