Intelligente Ringe entwickeln sich zu einem neuen Trend in der tragbaren Technologie.
Intelligente Ringe galten noch vor wenigen Jahren als exotische Neuheit im Bereich der Wearables. Heute erleben sie einen rasanten Aufschwung und werden immer häufiger eingesetzt. Laut Daten des Analysehauses IDC, die von Bloomberg zitiert werden, sollen die Verkaufszahlen intelligenter Ringe bis 2025 um bis zu 49 Prozent steigen. Zum Vergleich: Der Markt für Smartwatches wird im selben Zeitraum voraussichtlich nur um sechs Prozent wachsen.
Diese Dynamik deutet darauf hin, dass intelligente Ringe zu den am schnellsten wachsenden Kategorien tragbarer Technologie gehören, insbesondere im Bereich Gesundheit und Wellness.
Warum gewinnen smarte Ringe an Aufmerksamkeit?
Smarte Ringe bieten viele Funktionen, die Nutzer von Smartwatches kennen – Schlafüberwachung, Aktivitätsmessung, Herzfrequenzmessung und Herzfrequenzvariabilitätsanalyse –, jedoch in einer deutlich unauffälligeren Form. Das diskrete Design ist einer der Hauptgründe für ihre Beliebtheit, und Ringe bieten oft eine längere Akkulaufzeit.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Messgenauigkeit. Da die Haut an den Fingern dünner ist als am Handgelenk, können die Sensoren biologische Signale leichter erfassen, was zu zuverlässigeren Daten führt. Manche Nutzer entscheiden sich daher für eine Kombination beider Geräte: eine Smartwatch für Workouts und Benachrichtigungen und einen Ring zur kontinuierlichen Überwachung von Gesundheit und Wohlbefinden rund um die Uhr.
Ein kleiner Markt mit großen Ambitionen
Trotz des rasanten Wachstums machen Smartringe nach wie vor einen relativ kleinen Marktanteil aus. Laut IDC wurden im vergangenen Jahr weltweit rund 4,3 Millionen Smartringe ausgeliefert, während die Auslieferungen von Smartwatches 163 Millionen Einheiten erreichten. Analysten sehen daher in diesem Segment ein enormes, noch ungenutztes Potenzial.
Zu den bekanntesten Produkten auf dem Markt zählt der Samsung Galaxy Ring, der 2024 auf den Markt kam. Das Gerät nutzt künstliche Intelligenz, um detaillierte Gesundheitsberichte zu erstellen und bietet Nutzern Einblicke in Schlaf, körperliche Aktivität und allgemeines Wohlbefinden sowie Empfehlungen zur Verbesserung der täglichen Gewohnheiten.
Oura, einer der Pioniere im Bereich intelligenter Ringe, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle und eröffnet 2024 einen eigenen Shop auf Amazon, wodurch die Verfügbarkeit seiner Produkte weiter gestärkt wird.
Neues Jahr, neue Spieler
2026 verspricht noch mehr Innovationen. Sowohl Startups als auch Tech-Giganten werden voraussichtlich in diesem Jahr neue Smart-Ring-Modelle vorstellen, einige davon auf der diesjährigen CES in Las Vegas. Darunter ist der Aivela Ring Pro, der neue Steuerungsmöglichkeiten per Gestensteuerung und Berührung verspricht.
Gleichzeitig expandiert der Markt über den Gesundheitsbereich hinaus. Pebble, bekannt für seine Smartwatches, hat den Index 01 Ring mit integriertem Mikrofon vorgestellt, der es Nutzern ermöglicht, unterwegs Erinnerungen zu erstellen, ohne sich auf die Überwachung von Körperfunktionen konzentrieren zu müssen.
Wearables als die neue Grenze der künstlichen Intelligenz
Die intelligenten Ringe sind Teil eines umfassenderen Trends, bei dem Technologieunternehmen zunehmend künstliche Intelligenz in Wearables integrieren. Google wird voraussichtlich noch in diesem Jahr intelligente Brillen mit integrierter KI vorstellen, die auf der Android-XR-Plattform laufen und das Gemini-Modell für Echtzeit-Reaktionen, Übersetzungen und erweiterte Informationsanzeigen nutzen.
Es ist ein Wandel hin zu einer Technologie, die allgegenwärtig, aber unaufdringlich ist und Smartphones ergänzt, anstatt sie direkt zu ersetzen.
Obwohl smarte Ringe noch weit von der Größe von Smartwatches entfernt sind, zeigen Daten, dass sie sich auf dem besten Weg vom Nischenprodukt zum Massenprodukt befinden. Die Kombination aus diskretem Design, immer präziseren Sensoren und künstlicher Intelligenz, die Daten einen sinnvollen Wert verleiht, könnte smarte Ringe in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil des Wearable-Ökosystems machen.


























