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04.04.2026 13:30

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Wie man ein altes Handy als Dashcam verwendet

Was tun mit Ihrem alten Handy? Vielleicht können Sie es als Webcam, Video-Babysitter, Fernbedienung oder sogar als Computermaus verwenden.
Wie man ein altes Handy als Dashcam verwendet

Es wäre schade, ein Handy, für das man vor Jahren tausend Euro oder mehr bezahlt hat, in eine Schublade zu legen und es zu vergessen. Am besten gibt man es dem Partner oder dem Kind, damit es weiterhin genutzt werden kann (es sei denn, es ist ernsthaft defekt). Ich habe kürzlich einen Autofahrer gesehen, der sein Handy als Dashcam benutzte, was mich zu diesem Artikel inspirierte.

Warum ein neues Gerät kaufen, wenn man bereits eines in der Schublade hat?

Nahezu jedes moderne Smartphone mit Videofunktion kann als Dashcam dienen. Die Ergebnisse sind jedoch besser, wenn Sie ein Smartphone mit einer guten Kamera und stabiler Leistung wählen. Ideal ist ein Smartphone, das mindestens in 1080p (Full HD) mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen kann. Fast alle Smartphones der letzten fünf Jahre erfüllen diese Anforderung.

Es ist wichtig, dass das Handy in einwandfreiem Zustand ist. Überprüfen Sie die Kameraleistung (Schärfe, Autofokus) und den Akkustand. Ein sehr alter oder schwacher Akku kann dazu führen, dass sich das Handy schnell entlädt oder sich sogar während der Aufnahme ausschaltet.

Wenn möglich, entscheiden Sie sich für ein Android-Smartphone. Für Android gibt es eine größere Auswahl an kostenlosen Dashcam-Apps, und Funktionen wie das automatische Starten einer Aufnahme lassen sich einfacher im Hintergrund ausführen. Natürlich kann auch ein älteres iPhone seinen Zweck erfüllen, aber beachten Sie die Einschränkungen (bei sehr alten Modellen keine Hintergrundaufnahme und begrenzter Speichererweiterungsraum).

Es wird empfohlen, Ihr Smartphone vor der Verwendung auf Werkseinstellungen zurückzusetzen oder zumindest unnötige Apps zu entfernen. So steht Ihnen Ihr Gerät ausschließlich für Videoaufnahmen zur Verfügung und Sie werden nicht durch Push-Benachrichtigungen oder im Hintergrund laufende Apps gestört. Deaktivieren Sie außerdem mobile Daten, WLAN und andere unnötige Funktionen (außer GPS, falls Sie Ihren Standort aufzeichnen möchten), um Stromverbrauch und Wärmeentwicklung zu reduzieren. Sie können eine microSD-Speicherkarte in Ihr altes Smartphone einlegen (sofern es dies unterstützt), da Videoaufnahmen den verfügbaren Speicher schnell füllen.

Was benötigt man, um sein Handy in eine Dashcam zu verwandeln?

Damit Ihr Smartphone als vollwertige Dashcam funktioniert, reicht die vorinstallierte Kamera-App nicht aus. Sie benötigen eine spezielle Software mit Loop-Aufnahmefunktion. Das bedeutet, dass die App die ältesten Aufnahmen automatisch löscht, sobald der Speicher voll ist, und nur die Aufnahmen speichert, die im Falle eines Unfalls oder durch manuelle Auslösung entstanden sind.

Für Android- und iOS-Nutzer ist die App derzeit eine der besten kostenlosen Optionen. Droid DashcamEs ermöglicht Hintergrundaufnahmen (sodass Sie gleichzeitig die Navigation nutzen können), automatische Kollisionserkennung mithilfe des Beschleunigungssensors und automatische Aufnahme, sobald das Gerät über USB mit Strom versorgt wird. Eine weitere beliebte Option ist der DailyRoads Voyager, der bereits seit Jahren auf dem Markt ist.

iPhone-Nutzern stehen außerdem Apps wie Nexar AI Dashcam zur Verfügung. Nexar ist interessant, da es mithilfe künstlicher Intelligenz gefährliche Situationen im Straßenverkehr erkennt und das kostenlose Speichern wichtiger Ereignisse in der Cloud ermöglicht. Obwohl Apples Ökosystem hinsichtlich Hintergrundaktivitäten von Apps etwas restriktiver ist, bieten moderne iOS-Versionen genügend Freiheit, damit das Smartphone im Straßenverkehr zu einem zuverlässigen Zeugen wird.

Falls Sie eine andere Alternative ausprobieren möchten, hier sind einige Beispiele: AutoGuard, AutoBoy, Car Camera, CamOnRoad, Driver, Smart Dash Cam, Drive Recorder und alle anderen, die Sie finden könnten.

Vorsicht vor Hitze und Strom

Wenn wir unser Smartphone als Kamera nutzen, wird es während der gesamten Aufnahme stark beansprucht. Die Kamera filmt, der Prozessor verarbeitet die Daten, der Bildschirm ist möglicherweise eingeschaltet, und das Gerät erhitzt sich zusätzlich durch die Sonneneinstrahlung in einem heißen Auto. Daher ist es besonders wichtig, auf einen geringen Stromverbrauch und eine gute Kühlung zu achten.

Die meisten Handys entladen ihren Akku im Daueraufnahmemodus sehr schnell, daher ist eine konstante Stromversorgung unerlässlich. Ein 20-minütiger Test entlud etwa 20 %-Akkus meines 6 Jahre alten Handys. Laden Sie Ihr Handy daher während der Fahrt immer im Auto auf. Es empfiehlt sich, ein hochwertiges Autoladegerät mit mindestens 2 Ampere zu verwenden, da Videoaufnahmen und gegebenenfalls die GPS-Funktion viel Strom benötigen. Stellen Sie sicher, dass der USB-Anschluss in Ihrem Auto ausreichend Strom liefert. Noch besser ist es, eine 12-V-Steckdose mit einem passenden Adapter zum Laden von Handys zu verwenden.

Bei der Verwendung eines Smartphones als Dashcam ist die Überhitzung wahrscheinlich das größte Problem. Smartphones sind nicht dafür ausgelegt, dauerhaft hohen Temperaturen an der Windschutzscheibe standzuhalten. Die Kombination aus Sommersonne, warmer Luft im Fahrzeuginnenraum und der von der Elektronik des Smartphones erzeugten Wärme kann zu Überhitzung führen. Hersteller von Dashcams verwenden Kondensatoren anstelle von Akkus und Gehäuse mit besserer Wärmeableitung, um extremen Temperaturen standzuhalten. Ihr Smartphone hingegen verfügt über einen empfindlichen Lithium-Ionen-Akku, der bei Hitze nicht optimal funktioniert (er kann sich aufblähen oder im Extremfall ganz ausfallen).

Wie lässt sich die Hitzeentwicklung reduzieren? Platzieren Sie Ihr Smartphone möglichst nicht in der prallen Sonne. Mit einer Halterung am Rückspiegel liegt es zumindest teilweise im Schatten des Dachs. Richten Sie in diesem Fall die Lüftung (Klimaanlage) auf die Windschutzscheibe, um den Bereich um das Smartphone zu kühlen. Während der Fahrt sollte mindestens ein Lüftungsschlitz in der Nähe des Geräts geöffnet sein. Entfernen Sie Schutzhüllen, da diese Wärme speichern. Ohne Hülle kühlt das Smartphone besser ab.

Es wird außerdem empfohlen, die Belastung Ihres Smartphones zu reduzieren. In den App-Einstellungen können Sie die Videoauflösung oder Bitrate verringern. In diesem Fall ist FullHD besser geeignet als 4K, da letzteres den Akku (und den Speicher) zu schnell entlädt. Reduzieren Sie zudem die Bildschirmhelligkeit auf das niedrigste noch nutzbare Niveau oder schalten Sie den Bildschirm während der Fahrt aus. Viele Apps (wie z. B. AutoBoy, DailyRoads usw.) ermöglichen die Aufnahme im Hintergrund bei ausgeschaltetem Bildschirm, wodurch die Wärmeentwicklung und der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. Verwenden Sie keine anderen ressourcenintensiven Apps im Hintergrund – das Smartphone sollte ausschließlich zum Aufnehmen genutzt werden. Falls sich das Smartphone dennoch sehr heiß anfühlt oder eine Warnung wegen Überhitzung anzeigt, schalten Sie es besser aus und lassen Sie es abkühlen, bevor Sie fortfahren. Andernfalls riskieren Sie Schäden.

So installieren Sie das Telefon

Ihr Handy sollte Sie nicht behindern und eine gute Sicht auf die Straße ermöglichen. Wahrscheinlich benötigen Sie eine Handyhalterung.

Am beliebtesten ist eine Saugnapfhalterung für die Windschutzscheibe. Wir befestigen das Smartphone an der verstellbaren Halterung und positionieren es möglichst mittig und hoch. Ideal ist die Platzierung direkt hinter oder unterhalb des Rückspiegels, da die Kamera dort aus einer ähnlichen Perspektive wie eine klassische Dashcam aufzeichnet. Wichtig ist, dass das Gerät die Sicht des Fahrers nicht behindert und fest sitzt.

Es empfiehlt sich, verschiedene Positionen auszuprobieren. Oftmals ist die Montage hinter dem Rückspiegel oder mittig oben an der Windschutzscheibe am besten. Bei schweren Smartphones ist eine hochwertige Halterung mit starkem Saugnapf oder sogar eine Halterung zur Befestigung am Rückspiegel oder Armaturenbrett ratsam.

Verlegen Sie die Stromkabel entlang der Kante der Windschutzscheibe und des Armaturenbretts, damit sie beim Fahren nicht stören – für ein ordentlicheres Aussehen können Sie sie hinter der Sonnenblende oder der Verkleidung verstecken.

Achten Sie außerdem auf Ihre Sicherheit vor Diebstahl. Ein Handy, das gut sichtbar im Auto liegt, kann Diebe anlocken. Wenn Sie Ihr Auto auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen, sollten Sie Ihr Handy mitnehmen oder es zumindest außer Sichtweite verstauen.

Verlängern Sie die Lebensdauer Ihres alten HandysA

Eine solche Lösung bietet zwar hervorragende Bildqualität und Flexibilität, erfordert aber mehr manuelle Steuerung und Aufmerksamkeit als ein dediziertes Gerät und eignet sich daher am besten für technisch versierte Anwender.




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