Wissenschaftler entwickeln den weltweit kleinsten programmierbaren Roboter
Eine technische Meisterleistung aus den Laboren der Cornell University verschiebt die Grenzen des Machbaren. Der neue Mikroroboter ist nur 0,1 mm (etwa 100 Mikrometer) lang, sodass Tausende davon in eine einzige Spritze passen würden. Der Roboter besitzt weder Motoren noch Batterien im herkömmlichen Sinne; seine Bewegung wird durch spezielle photovoltaische Nanoreaktoren angetrieben, die auf Laserlicht reagieren. Wenn ein Laser auf einen bestimmten Teil des Roboters trifft, biegen sich seine „Beine“ aus Platin und Titan und setzen ihn so in Bewegung.
Dieses Projekt unterscheidet sich von bisherigen Mikrorobotik-Experimenten durch seine Programmierbarkeit. Die Wissenschaftler haben einen einfachen integrierten Schaltkreis (CMOS) in den Roboter integriert, der als dessen Gehirn fungiert. Dieser Schaltkreis ermöglicht es dem Roboter, komplexe Anweisungen auszuführen, ohne direkt an eine externe Strom- oder Steuerquelle angeschlossen zu sein. Erstmals ist es ihnen gelungen, logische Operationen auf so kleinem Raum zu integrieren. Obwohl sie derzeit nur mit Laborflüssigkeiten arbeiten, ist das Ziel klar: die Übertragung auf den menschlichen Körper.
Die potenziellen Anwendungsgebiete sind immens. In Zukunft könnten solche Roboter durch unseren Blutkreislauf reisen, Krebszellen aufspüren und Medikamente direkt an diese abgeben, wodurch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verhindert würden. Sie könnten auch Mikroeingriffe an Arterien durchführen oder Ablagerungen in Venen entfernen. Obwohl die Entwicklung einer solchen Technologie Millionen kostet, könnte die Massenproduktion mit Standardverfahren der Chipherstellung den Preis eines einzelnen Roboters auf einen Bruchteil eines Cents senken. Die ersten klinischen Studien an Tiermodellen werden voraussichtlich Ende 2026 beginnen und uns damit an die Schwelle eines neuen medizinischen Zeitalters bringen.
























