Europa, hier ist Claude, der große Rivale von ChatGPT
OpenAI spielte zwar mit ChatGPT eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz, doch auch andere Anbieter haben sich schnell einen Namen mit dieser aktuell angesagten Technologie gemacht. Als Anthropic, ein von Amazon stark unterstütztes Startup, im März dieses Jahres sein erstes großes Sprachmodell Claude 3 vorstellte, waren wir europäischen Nutzer enttäuscht, da es in unserem Land noch nicht verfügbar war.
Am 14. Mai kam auch einer der Hauptkonkurrenten von ChatGPT zu uns (die API war bereits einige Monate zuvor für Entwickler verfügbar).
Nach weniger als einer Stunde Testzeit lässt sich vor allem eines sagen: Es ist schnell. Wirklich schnell. Der erste Eindruck ist, dass Claude in vielen seiner Antworten ausführlicher ist, selbst im Vergleich zur kostenpflichtigen Version von ChatGPT. Es wirkt auch... menschlicher? Und das nicht nur, weil Claude den ersten Kontakt damit beginnt, den Nutzer mit Namen anzusprechen und ihm zu sagen, dass er sich freut, ihn kennenzulernen.
Während es immer noch recht einfach ist, zu erkennen, wann ein Text von ChatGPT geschrieben wurde, sind wir uns nicht ganz sicher, ob das Gleiche auch für Cloud gilt. Diese Tatsache ist sowohl beeindruckend als auch alarmierend.
Die aktuelle „Claude-Familie“ besteht aus drei Versionen – Opus, Sonnet und Haiku. Opus ist das „intelligenteste“ Modell von Anthropic. Laut EntwicklerdatenEs übertrifft seine Konkurrenten in den meisten Benchmarks für Systeme mit künstlicher Intelligenz.
Claude ist derzeit über die Website Claude.ai, eine iOS-App und einen speziellen Gruppenplan für Geschäftsanwender verfügbar. Als Gratisnutzer haben wir zunächst Zugriff auf die Sonnet-Version, allerdings mit einer täglichen Nutzungsbeschränkung. Opus ist mit einem Pro-Abonnement erhältlich, das 18 Euro zzgl. Steuern kostet.
Claude behauptet, fließend Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und weitere europäische Sprachen zu verstehen und zu sprechen. Auf Nachfrage gibt er jedoch zu, kein fließendes Slowenisch zu beherrschen. Gelegentlich schreibt er jedoch – auf Slowenisch –, dass er uns einfachere Antworten auf Slowenisch geben könne, komplexere Themen aber leichter auf Englisch zu besprechen seien. Dies verdeutlicht einen der Gründe, warum das Training großer Sprachmodelle mit Daten aus weniger verbreiteten Sprachen für alle Regionen von enormer Bedeutung ist.
Claude ist nicht multimodal, das heißt, es ist nicht in der Lage, Bilder zu erzeugen, wie beispielsweise DALL-E von OpenAI, das unter anderem in der kostenpflichtigen Version von ChatGPT enthalten ist. Aber Claude kann visuelle Eingaben verarbeiten und analysieren.
Am selben Tag, an dem Anthropic Cloud veröffentlichte, startete OpenAI GPT-4o. Beide Unternehmen werden finanziell von Technologieriesen unterstützt (erstens Amazon und Google, zweitens Microsoft). Neben dem Wettbewerb in den klassischen Bereichen großer Sprachmodelle positioniert sich Anthropic als Unternehmen, das sich der Entwicklung sicherer Lösungen für künstliche Intelligenz verschrieben hat.

























