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27.06.2026 12:15

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Ein neuer europäischer Chatbot, der auf Datenschutz und Server in der EU setzt.

Foto: Eustella
Foto: Eustella

Der europäische Markt profitiert von einer eigenen KI-Plattform. Das österreichische Startup newsroom.ai hat die Pilotphase mit rund 5.000 Nutzern erfolgreich abgeschlossen und den Chatbot eustella der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Entwickler positionieren ihn bewusst als Gegengewicht zu etablierten amerikanischen und chinesischen Lösungen wie ChatGPT, Claude und Gemini.

Der Eustella-Chatbot verwendet keine eigenen geschlossenen Systeme, sondern nutzt die Leistungsfähigkeit der besten aktuell verfügbaren Open-Source-Modelle. Dazu gehören Googles Gemma 4, Alibabas Qwen 3.5/3.7, OpenAIs gpt-oss-120b und das französische Mistral. Das Flux-Modell von Black Forest Labs generiert das Bildmaterial. Die Entwickler versprechen hohe Flexibilität, da sie planen, zukünftig jedes neue Open-Source-Modell zu integrieren, das bessere Ergebnisse liefert.

Der größte Vorteil von Eustella ist der kompromisslose Datenschutz. Nutzer haben die volle Kontrolle über ihre Daten, und das System erstellt keine Nutzerprofile und verfolgt keine individuellen Gewohnheiten. Die gesamte Infrastruktur befindet sich in Europa, genauer gesagt in Berlin, Frankfurt und anderen EU-Städten. Betreiber der Server ist das deutsche Unternehmen IONOS CLOUD. Selbst dem Cloud-Anbieter selbst wird der Zugriff auf die Daten verweigert, da diese verschlüsselt sind und unter keinen Umständen zum Trainieren künstlicher Intelligenz verwendet werden.

Mit dem offiziellen Release gaben die Entwickler auch ihre Preispolitik bekannt. Nutzer können ein komplett kostenloses Konto erstellen; die genauen Grenzen der kostenlosen Nutzung werden in den kommenden Tagen genauer getestet. Für anspruchsvollere Nutzer stehen drei Abonnementpakete zur Verfügung. Das günstigste kostet 5,99 Euro pro Monat und bietet das Vierfache des Nutzungsvolumens der kostenlosen Basisversion.

Die Plattform ist über mobile Apps für Android und iOS oder direkt im Webbrowser zugänglich. Gruppenchats und die direkte Websuche werden unterstützt. Im Test zeigte sich, dass eustella aktuell nur kopierbaren Programmcode generiert, aber keine eigenständigen Dateien wie Bilder oder Dokumente erstellen kann. Da in der Werbung jedoch auch die Erstellung von Präsentationen und Dokumenten versprochen wird, muss dieser Bereich unbedingt genauer geprüft werden.

Abschließend seien noch die Geschäftspartnerschaften erwähnt. Die Österreicher arbeiten mit Bitpanda und Geizhals zusammen, deren Datenbanken bereits in die KI-Systeme integriert sind. Fragt ein Nutzer nach elektronischen Geräten oder Kryptowährungen, ruft Eustella die Daten in Echtzeit direkt von den genannten Plattformen über APIs ab. Weitere Kooperationen mit anderen Unternehmen befinden sich noch in der Entwicklungsphase.


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