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23.05.2026 20:33

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Die günstigste Aufrüstung des Heimnetzwerks?

Wer schon einmal versucht hat, Tracker netzwerkweit zu blockieren, kennt das Pi-hole-Tool, für das man einen Raspberry Pi benötigt oder einen alten Computer weiterbetreiben muss. Glücklicherweise gibt es eine deutlich günstigere Alternative: Für knapp 5 € erhält man einen ESP32-Mikrocontroller, der sich hervorragend zur Aufrüstung von Heimnetzwerken eignet.
Foto: MUO
Foto: MUO

Um Ihren ESP32 in einen netzwerkbasierten DNS-Anfrageblocker zu verwandeln, benötigen Sie das Open-Source-Projekt ESP32_AdBlocker von GitHub. Damit können Sie Arduino-Code auf einen ESP32-Controller mit PSRAM-Speicher hochladen und anschließend Ihren Router damit verbinden. So erhalten Sie einen hardwarebasierten Werbeblocker, der weniger kostet als Ihre morgendliche Tasse Kaffee.

ESP32_AdBlocker funktioniert im Prinzip genau wie Pi-hole. Wenn ein Gerät in Ihrem Netzwerk versucht, auf eine bestimmte Domain zuzugreifen, beispielsweise einen Werbeserver oder einen In-App-Tracker, fragt es zunächst einen DNS-Server, um die Domain in eine IP-Adresse aufzulösen. Herkömmliche Router leiten diese Anfrage an einen Internetanbieter oder einen externen DNS-Server weiter. Mit dem installierten ESP32 werden jedoch alle Domains auf der Sperrliste mit der Adresse 0.0.0.0 zurückgegeben. Die Verbindung wird sofort getrennt, das Gerät lädt die Werbung nicht und verbraucht keine Netzwerkbandbreite – unabhängig vom verwendeten Gerät.

Das Projekt nutzt den integrierten PSRAM-Speicher, um die Liste der blockierten Domains zu speichern. Domain-Abfragen erfolgen extrem schnell und dauern auf einem Standard-ESP32-Chip typischerweise weniger als 50 bis 100 Mikrosekunden – deutlich schneller als die Kommunikation mit externen DNS-Servern. Alle nicht blockierten Anfragen werden problemlos an den von Ihnen gewählten externen DNS-Server weitergeleitet.

Die wichtigste Hardwarevoraussetzung ist PSRAM-Speicher. ESP32-Boards sind mit 4 MB oder 8 MB PSRAM erhältlich. Empfohlen wird die 8-MB-Version, beispielsweise das Modell ESP32-S3, das zwischen 5 und 10 Euro kostet. Damit lässt sich die gesamte Liste blockierter Domains (z. B. Steven Black) direkt im Speicher ablegen. Bei der 4-MB-Version wird die Liste automatisch gekürzt, bietet aber dennoch guten Schutz. Für dieses Projekt benötigen Sie keine microSD-Karten, müssen das Betriebssystem nicht pflegen und keine Sicherheitsupdates installieren. Die Gesamtkosten inklusive USB-Kabel und Ladegerät betragen maximal 15 Euro.

Die Installation erfolgt über die kostenlose Arduino IDE. Nach dem Herunterladen der Dateien von GitHub wählen Sie das passende Partitionsschema für den PSRAM-Speicher und schreiben das Programm auf das Board. Beim ersten Start fungiert der ESP32 als WLAN-Zugangspunkt. Verbinden Sie sich mit dem Netzwerk, indem Sie die Adresse 192.168.4.1 aufrufen und Ihre WLAN-Zugangsdaten sowie die URL Ihrer Liste blockierter Domains (im HOSTS- oder AdBlock-Format) eingeben. Im letzten Schritt weisen Sie Ihrem Board eine statische IP-Adresse zu und tragen diese als Standard-DNS-Server in den Router-Einstellungen ein.

Die Weboberfläche ermöglicht die Überwachung von Downloads und die Analyse blockierter Domains in Echtzeit. Zukünftige Updates übertragen lediglich Datenunterschiede, was die Leistung beschleunigt. Obwohl das System keine erweiterten Diagramme oder eine DHCP-Serverfunktion wie Pi-hole bietet, ist es eine hervorragende, kostengünstige und einfache Lösung gegen Tracker.


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