Geschäftslösungen
Informatik, Telefonie
08.09.2026 12:58
Autor: Peter Cebron

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Die Schweiz testet eine Open-Source-Alternative zu Microsoft 365.

Die Schweiz testet eine Open-Source-Alternative zu Microsoft 365.

Die Schweizer Bundesverwaltung schlägt ein neues Kapitel auf ihrem Weg zu mehr digitaler Unabhängigkeit auf. Nach Abschluss einer Machbarkeitsstudie schätzt sie, dass sie auch wichtige Bürofunktionen mit Open-Source-Software ausstatten kann. Der nächste Schritt wird konkret: Bis Ende 2027 sollen rund 3.000 Beschäftigte die neue, souveräne Arbeitsumgebung nutzen.

Dies ist keine plötzliche Abkehr von Microsoft 365. Ganz im Gegenteil. Die Schweiz hat die Einführung von Microsoft 365 an rund 54.000 Arbeitsplätzen der Bundesverwaltung im Dezember 2025 abgeschlossen. Outlook, Word, Excel, PowerPoint und andere Microsoft-Dienste bleiben Standard. Das neue Projekt zielt primär darauf ab, die langfristige Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu verringern und eine Alternative für Fälle zu schaffen, in denen eine größere Kontrolle über Software und Daten besonders wichtig ist.

Die neue Umgebung basiert auf openDesk, einer Open-Source-Plattform des Deutschen Zentrums für Digitale Souveränität ZenDiS. Anstelle einer einzigen großen Software-Suite kombiniert sie mehrere Open-Source-Lösungen. Zum Einsatz kommen Collabora Online für die Dokumentenbearbeitung, Open-Xchange für E-Mail und Kalender, Nextcloud für die Dateispeicherung, OpenProject für Projektarbeit, Jitsi für Videokonferenzen, Element für Chat und Univention für das Identitätsmanagement.

Die Schweizer Behörden wollen testen, ob eine solche Plattform E-Mail, Kalenderfunktionen, Dokumente, Präsentationen, Telefonie sowie Audio- und Videokonferenzen ohne direkte Abhängigkeit von einem globalen Cloud-Anbieter bereitstellen kann. Das Projekt untersucht außerdem die Machbarkeit einer möglichen zukünftigen Ausstiegsstrategie aus Microsoft 365.

Dieser Schritt steht im Einklang mit der umfassenderen Open-Source-Politik der Schweiz. Bundesrecht verpflichtet die Bundesbehörden grundsätzlich dazu, Software, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben entwickeln oder in Auftrag geben, als Open Source zu veröffentlichen.

Bislang ist von einem Massenverzicht von Microsoft keine Rede. Die Schweiz baut vor allem eine alternative Technologiestrategie auf und testet, ob die öffentliche Verwaltung mehr Kontrolle über ihre Infrastruktur, Software und künftigen Entscheidungen im Hinblick auf die wichtigsten digitalen Werkzeuge behalten kann.




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