OpenAI bringt einen Jalapeño-Chip auf den Markt, der künstliche Intelligenz beschleunigen soll.
Die Entwicklung eigener Hardware läutet eine neue Ära für OpenAI ein. Das Unternehmen will künftig nicht nur die Modelle und die Software selbst kontrollieren, sondern auch die Prozessorkerne, den Speicher und die Netzwerkinfrastruktur. Der Chip mit dem Namen OpenAI Jalapeño soll das klassische Dilemma beim Betrieb von KI-Modellen lösen: die Wahl zwischen hohem Durchsatz und geringer Latenz.
In Messungen mit dem Open-Source-Softwaretool InferenceX wurde die Leistung des OpenAI Jalapeño-Chips mit bestehenden kommerziellen Lösungen von Nvidia, insbesondere der Nvidia Blackwell-Plattform, verglichen. Tests mit öffentlich verfügbaren Modellen wie dem OpenAI GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 und Moonshot AI Kimi K2.5 zeigten, dass der neue Chip eine 1,5- bis 1,9-fach höhere Effizienz pro verbrauchtem Watt bei maximaler Auslastung erreicht. Gleichzeitig wurde die Gesamtlatenz um das 1,7- bis 3,6-Fache reduziert. Die genannten Vorteile traten bei hochinteraktiven Aufgaben noch deutlicher hervor.
Obwohl der OpenAI Jalapeño offiziell mit 700 W angegeben wird, zeigten Messungen, dass der tatsächliche Stromverbrauch unter Last bei maximal 550 W lag. Für Entwickler ist jedoch nicht die reine Leistungsaufnahme, sondern vor allem die geleistete Arbeit pro Energieeinheit entscheidend. Bei der Datenverarbeitung demonstrierte der neue Beschleuniger im Vergleich zu den derzeit führenden Systemen auf dem Markt eine hohe Anzahl verarbeiteter Token pro Kilowattstunde.
Die Chiparchitektur ist speziell auf die einzelnen Phasen der Sprachmodellverarbeitung zugeschnitten, in denen sich die Anforderungen an Rechenleistung und Speicherbandbreite rasant ändern. Das neue System wurde selbstverständlich als Gesamtsystem entwickelt und verbindet Prozessor, Speicher und Netzwerk auf Ebene ganzer Serverracks. Bemerkenswert ist auch, dass OpenAI eigene KI-Tools für die Chipentwicklung einsetzte, wodurch sich der Entwicklungszyklus auf nur neun Monate verkürzte. Künstliche Intelligenz trug dazu bei, selbst einzelne mathematische Schaltkreise zu optimieren und die Codeanpassung für neue Modelle zu beschleunigen.
Die Daten stammen aktuell hauptsächlich aus kontrollierten Tests, und die tatsächliche Stabilität und Kosteneffizienz des Systems werden sich erst im Serieneinsatz zeigen. OpenAI plant auch nicht, die bestehenden Partner vollständig aufzugeben. Sie werden weiterhin auf Geräte von Nvidia, AMD, Microsoft, Amazon AWS und anderen Anbietern zurückgreifen, um die Vielfalt ihrer Bezugsquellen zu erhalten.
Die Integration des OpenAI Jalapeño-Chips in die eigenen Rechenzentren ist für Ende 2026 geplant. Gleichzeitig plant OpenAI bereits intensiv die zweite und dritte Generation dieser Hardware, um langfristig eine noch höhere Geschwindigkeit und niedrigere Kosten für die Implementierung seiner Dienste zu gewährleisten.
















