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20.08.2026 09:15
Autor: Peter Cebron

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Comcast wandelt WLAN-Router in Bewegungssensoren um.

Comcast wandelt WLAN-Router in Bewegungssensoren um.

Ein WLAN-Router ist normalerweise für die Verbindung von Geräten mit dem Internet zuständig, doch Comcast hat ihm eine weitere, eher unerwartete Aufgabe zugewiesen. Millionen neuerer Xfinity-Router können laut einem neuen Software-Update nun Bewegungen im Haus erkennen, ohne dass der Nutzer eine Kamera oder einen herkömmlichen Bewegungsmelder kaufen muss.

WiFi Motion ist Teil des neuen Xfinity Shield-Services und funktioniert mit Xfinity Gateway XB7-Routern und höher. Die Nutzung ist freiwillig und die Funktion kann jederzeit in der Xfinity-App deaktiviert werden.

Das System verwendet weder eine Kamera noch versucht es, Personen zu identifizieren. Stattdessen überwacht es Veränderungen des Funksignals zwischen dem Router und ausgewählten, per WLAN verbundenen Geräten. Wenn sich jemand im Bereich zwischen den Geräten bewegt, verändert sein Körper die Ausbreitung des Funksignals, und der Algorithmus kann anhand dieser Veränderungen Bewegungen erkennen.

Der Nutzer kann bis zu drei verbundene Geräte zur Überwachung auswählen. Das System kann außerdem Bewegungen zwischen verschiedenen Räumen oder Etagen verfolgen. Es zeigt nicht den genauen Standort der Person an, sondern meldet, auf welchem verbundenen Gerät die Aktivität erkannt wurde. Die App kann zudem den Ereignisverlauf der letzten sieben Tage anzeigen.

Comcast bietet die Modi „Zuhause“, „Abwesend“ und „Nachtsicht“ an, die die Bewegungserkennung je nach Anwesenheit des Nutzers (zu Hause, abwesend oder schlafend) anpassen. Die App kann bei Bewegungserkennung eine Benachrichtigung an Ihr Smartphone senden. Das Unternehmen betont, dass diese Lösung kein Ersatz für eine professionelle Alarmanlage ist, sondern lediglich eine zusätzliche Option für die grundlegende Überwachung Ihres Zuhauses darstellt.

Die Technologie ist nicht neu. Ähnliche Ideen wurden bereits von Linksys, Philips Hue und anderen Herstellern ausprobiert, aber Comcast gibt an, etwa drei Jahre für die Entwicklung seiner Algorithmen benötigt zu haben, bevor die Erkennung als zuverlässig genug für einen breiten Einsatz erachtet wurde.

Technologie, die einem im Haus folgen kann, weckt natürlich sofort Zweifel bei den Nutzern. Ein Router ist ohnehin ständig mit einem Internetanbieter verbunden, kann nun aber auch anhand von Funksignalen erkennen, wann sich jemand im Haus bewegt.

Comcast gibt ausdrücklich an, weder Bewegungen noch Benachrichtigungen zu erfassen und dass die Funktion weder Videos aufzeichnet noch Fotos aufnimmt oder Personen identifiziert. Die Dokumentation von Xfinity hingegen besagt, dass Ereignisdaten mindestens so lange gespeichert werden, dass der Nutzer eine siebentägige Historie einsehen kann. Wichtiger noch: Comcast weist darauf hin, dass die von WiFi Motion generierten Daten im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen, etwa im Zuge von Ermittlungen, Gerichtsverfahren, Gerichtsbeschlüssen oder Vorladungen, an Dritte weitergegeben werden können.


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