Neuer Arm-Serverprozessor mit 136 Kernen übertrifft Intel und AMD
Mit dem Arm Neoverse AGI tritt Arm gegen die Serverprozessoren von Intel und AMD an. Das Gerät wurde für Rechenzentren und anspruchsvolle KI-Aufgaben entwickelt und wird in den kommenden Monaten kommerziell ausgeliefert. Mit diesem Modell gelingt Arm ein bedeutender Schritt nach vorn auf dem Servermarkt, der bisher von x86-Prozessoren dominiert wurde.
Der neue Arm Neoverse AGI-Prozessor basiert auf einem Zwei-Die-Design und wird von TSMC im fortschrittlichen N3P-Fertigungsprozess hergestellt. Kunden können zwischen 64, 128 oder 136 Arm Neoverse V3-Kernen wählen, die mit Frequenzen zwischen 2,8 und 3,7 GHz arbeiten. Interessanterweise enthält jeder einzelne Die physisch 70 Kerne. In der leistungsstärksten Version mit 136 Kernen sind vier Kerne deaktiviert, was die Fertigungseffizienz steigert. Jeder Kern verfügt über zwei 128-Bit-Vektor-Engines und 2 MB L2-Cache, während der gesamte Prozessor bis zu 272 MB Systemcache bietet.
Die beiden Komponenten sind über eine 32 GT/s UCIe-Schnittstelle verbunden und ermöglichen so einen Durchsatz von bis zu 2 TB/s. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzprodukten verfügt jede Komponente über eigene Prozessorkerne, Speichercontroller und I/O-Einheiten. Dadurch entfällt der Umweg über die Komponenten beim Zugriff auf den lokalen Speicher, was die Latenz reduziert. Laut Herstellerangaben erreicht der Arm Neoverse AGI-Prozessor eine lokale DRAM-Zugriffslatenz von unter 100 ns.
Das Speichersubsystem ist eines der Hauptmerkmale dieser Innovation. Jedes Modul enthält einen Sechs-Kanal-DDR5-Speichercontroller, der zusammen eine Speicherbandbreite von bis zu 844,8 GB/s ermöglicht. Der Chip unterstützt DDR5-8800-Speicher und bis zu 6 TB Speicher pro Sockel. Spezielle Mechanismen verteilen zudem die Speicherzugriffsprioritäten zwischen Prozessorkernen und anderen Geräten.
Für Erweiterungskarten bietet der Arm Neoverse AGI-Prozessor 96 PCIe 6.0-Lanes mit CXL 3.0-Unterstützung sowie vier PCIe 4.0-Lanes, I3C-, I2C- und SPI-Schnittstellen. Die Gesamtverlustleistung (TDP) beträgt 300 W.
Arm zielt mit dem Arm Neoverse AGI-Prozessor primär auf KI-Server ab, wo Speicherbandbreite und geringe Latenz entscheidend für hohe Leistung sind. Arm behauptet, dass Server mit diesen Prozessoren im Vergleich zu modernen x86-Prozessoren die doppelte Leistung pro Rack bieten könnten. Da es sich hierbei jedoch um interne Schätzungen des Herstellers handelt, ist eine gewisse Skepsis gegenüber diesen Zahlen angebracht, bis unabhängige Tests vorliegen.

















