Dongfang Suanxin mit 14-nm-Chip ohne HBM-Speicher
Das in Shanghai ansässige chinesische Startup Dongfang Suanxin hat offiziell sein Schweigen gebrochen und seinen fortschrittlichen KI-Prozessor DF1000 vorgestellt. Der Chip ist eine direkte Antwort auf die strengen US-Exportbeschränkungen, die China den Zugang zu modernsten Lithographiemaschinen und Hochgeschwindigkeits-HBM (High Bandwidth Memory) verwehren.
Der DF1000 basiert auf einem ausgereiften und bewährten 14-nm-Prozess. Das Unternehmen gibt an, dass sein neuer Chip eine Rechenleistung von bis zu 520 Teraflops (TFLOPS) bei BF16-Präzision liefert – dem Standard für das Training großer Sprachmodelle. Das entspricht etwa 52,6 TFLOPS der Leistung von Nvidias Flaggschiffmodellen H100 und H200, doch der entscheidende Vorteil liegt woanders.
Durch den Einsatz von Software-Defined Computing und 3D-Near-Memory-Computing erreicht der neue Chip eine Speicherbandbreite von 6,4 TB/s. Das ist fast doppelt so viel wie beim Nvidia H100 und etwa 33 TB/s mehr als beim H200. Dank einer speziellen vertikalen Verbindung ist der klassische DRAM-Speicher direkt über dem Prozessor angeordnet, wodurch der Datenpfad drastisch verkürzt und der Bedarf an teurem HBM-Speicher eliminiert wird.
Diese Spezifikationen klingen zwar beeindruckend, doch die Realität sieht etwas anders aus. Die eigentliche Herausforderung für Dongfang Suanxin liegt nicht nur im Chip selbst, sondern auch in der Reife der Software, der Treiberstabilität und der Effizienz der Vernetzung mehrerer Karten in Rechenzentren.
Das Unternehmen plant bereits Nachfolger für den KI-Prozessor DF1000. Das Modell DF2000 soll Ende 2026 auf den Markt kommen und die Leistung verdoppeln sowie direkt mit der H200-Karte konkurrieren. Das Modell DF3000 wird voraussichtlich Ende 2027 folgen. Die ersten Auslieferungen des Basismodells DF1000, das laut Herstellerangaben serienreif ist und vollständig auf die chinesische Lieferkette setzt, sollen noch in diesem Jahr erfolgen.























