2.000 humanoide Roboter für schnellere und effizientere Arbeit
Die Textilindustrie steht vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Der chinesische Industrienähmaschinenhersteller Jack Technology hat sich mit dem deutschen Konzern Siemens zusammengetan, um künstliche Intelligenz, digitales Engineering und fortschrittliche Robotik in die Bekleidungsproduktion zu integrieren. Ziel ist es, dem steigenden Kostendruck zu begegnen, Lieferzeiten zu verkürzen und schneller auf Kundenwünsche nach individualisierter Kleidung reagieren zu können. Langfristig soll die Produktionseffizienz um mindestens 30 Prozent gesteigert werden.
Der Großauftrag über 2.000 humanoide Roboter ist eines der ersten Automatisierungsprojekte dieser Art im Textilsektor. Anders als klassische Industrieroboter, die ortsfest sind, bewegen sich humanoide Roboter ähnlich wie Menschen. Dadurch lassen sie sich ohne kostspielige Umbauten direkt in bestehende Arbeitsplätze integrieren. Sie bieten zudem eine flexible Lösung für den Arbeitskräftemangel und ermöglichen eine sichere Zusammenarbeit mit menschlichen Mitarbeitern.
Das Konzept wurde kürzlich in einem zweiwöchigen Test im Elektronikwerk von Siemens in Erlangen validiert. Zum Einsatz kam der radgetriebene humanoide Roboter HMND 01 der britischen Firma Neura Robotics, basierend auf der physikalischen KI-Plattform von NVIDIA. Der Roboter transportierte Kisten vollautomatisch auf ein Förderband und lieferte sie anschließend an die Mitarbeiter aus. An einem Tag arbeitete er über acht Stunden ohne manuelle Eingriffe, handhabte 60 Kisten pro Stunde (in zwei verschiedenen Größen) und erreichte eine Greifquote von über 90 %.
Neben humanoiden Robotern halten auch vierbeinige Roboter rasant Einzug in die Industrie. Sie sind für die Inspektion und Wartung von Anlagen vorgesehen, in denen für Menschen gefährliche Bedingungen herrschen, beispielsweise hohe Temperaturen, Brandgefahr oder der Umgang mit Chemikalien. Ein Beispiel hierfür ist der Roboter ANYmal von ANYbotics. Mithilfe von Siemens-Lösungen und der Roboverse Reply-Plattform erfasst dieser Roboterhund autonom Daten, misst die Temperatur von Motoren mit Infrarotkameras und detektiert Gaslecks mit akustischen Sensoren in Frequenzen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Selbstverständlich erfordert der erfolgreiche Einsatz von Tausenden von Robotern mehr als nur fortschrittliche Hardware. Entscheidend ist die umfassende Integration in bestehende Maschinen, autonome Fahrzeuge und menschliche Teams. Siemens bietet eine unterstützende Infrastruktur mit digitalen Zwillingen, SPS-Schnittstellen und Flottenmanagement, die einzelne Roboter zu einem intelligenten Fabriknetzwerk verbindet.

















