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18.05.2026 13:15

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ChatGPT wird Einblick in Bankkonten erhalten.

ChatGPT wird Einblick in Bankkonten erhalten.

Das Vertrauen in künstliche Intelligenz wird bald auf eine neue, viel persönlichere Probe gestellt. OpenAI hat in ChatGPT eine neue Funktion für persönliche Finanzen eingeführt, mit der Nutzer ihre Finanzkonten sicher über die Plaid-Plattform verbinden können. Die Plattform fungiert als Vermittler zwischen Banken und Apps und unterstützt über 12.000 Finanzinstitute. Die Funktion steht derzeit ChatGPT Pro-Nutzern in den USA zur Verfügung und wird von OpenAI schrittweise ausgerollt.

Die Idee ist auf den ersten Blick einfach: Anstatt ChatGPT-Nutzern allgemeine Fragen zum Sparen, Ausgeben oder Immobilienkauf zu stellen, kann der Chatbot diese anhand ihrer tatsächlichen Finanzdaten beantworten. Laut OpenAI nutzen Anwender ChatGPT bereits intensiv für Finanzfragen, und die neue Funktion soll ihnen einen umfassenderen Überblick über ihre persönlichen Finanzen im Kontext ihrer Ziele, ihres Lebensstils und ihrer Prioritäten ermöglichen.

Sobald ein Nutzer seine Konten verknüpft hat, kann ChatGPT ein Dashboard mit einer Übersicht seiner Ausgaben, aktiven Abonnements, anstehenden Zahlungen, Investitionen und seiner gesamten finanziellen Situation anzeigen. So kann ein Nutzer beispielsweise herausfinden, wo er am meisten Geld ausgibt, welche Abonnements er selten nutzt, wie sich seine Ausgaben in den letzten Monaten verändert haben oder ob ein Hauskauf angesichts seines aktuellen Einkommens, seiner Schulden und Ersparnisse realistisch ist.

Doch hier beginnt der wichtigere Teil der Geschichte. Laut OpenAI kann ChatGPT weder Bankkonten ändern noch Transaktionen durchführen oder vollständige Kontonummern einsehen. Es kann jedoch äußerst sensible Daten des Nutzers einsehen: Kontostände, Transaktionen, Anlageportfolio, Verbindlichkeiten, Kredite, Kreditkartenschulden und weitere Aspekte der persönlichen Finanzlage.

OpenAI betont, dass Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten. Sie können ihre Konten jederzeit trennen und gespeicherte „Finanzdaten“ wie Ziele oder finanzielle Verpflichtungen löschen, die ChatGPT für personalisierte Antworten nutzte. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass Nutzer entscheiden können, ob Daten aus Finanzgesprächen zur Verbesserung von Modellen verwendet werden dürfen. Wichtig ist, dass OpenAI sich nach der Kontotrennung bis zu 30 Tage Zeit für die Löschung von Daten aus seinen Systemen vorbehält.

Diese Funktion steht Nutzern in Europa und Slowenien derzeit noch nicht direkt zur Verfügung, da sie zunächst für Pro-Nutzer in den Vereinigten Staaten eingeführt wird.

Im europäischen Raum unterläge eine solche Funktion der Aufsicht der Regulierungsbehörden. Finanzdaten zählen zu den sensibelsten personenbezogenen Daten, und ihre Verarbeitung muss den Anforderungen der DSGVO, den Open-Banking-Regeln und der Finanzdienstleistungsregulierung entsprechen. OpenAI sollte transparent darlegen, wer die Daten verarbeitet, wo sie gespeichert werden, wie lange sie in den Systemen verbleiben, ob sie zum Trainieren von Modellen verwendet werden, wer Zugriff darauf hat und was im Falle eines Sicherheitsvorfalls geschieht.

Könnte ChatGPT überhaupt Abonnements von inländischen Anbietern erkennen? Würde es slowenische Kontoauszüge, lokale Zahlungsgewohnheiten, Kredite, Kreditlimits, Altersvorsorge und steuerliche Besonderheiten verstehen? Könnte es zwischen allgemeiner Finanzberatung und regulierter Anlageberatung unterscheiden? Und vor allem: Würde der Nutzer wirklich wollen, dass ein ausländisches Unternehmen Einblick in sein Gehalt, seine Ausgaben, Schulden, Käufe, Überweisungen an Familienmitglieder und Investitionen hat?


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