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13.07.2026 07:54

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Ein neues Betriebssystem, das ausrangierten Computern neues Leben einhaucht

Foto: YouTube
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Ein Entwickler mit dem Spitznamen „Luke 8086“ schuf GentleOS als Hobbyprojekt mit einem klaren Ziel: Er wollte Enthusiasten eine schlanke Plattform für die Arbeit mit alter x86-Hardware bieten, die es ihnen ermöglicht, interaktive Grafikprogramme so nah wie möglich an den Chips auszuführen. In GentleOS sucht man vergeblich nach einem Webbrowser oder App Store, da der Fokus ausschließlich auf den lokalen Fähigkeiten des Computers liegt. Der Autor hat zwei Versionen erstellt.

Die erste Version ist GentleOS/32, die für 32-Bit-Computer mit einem i386-Prozessor oder neuer entwickelt wurde. Je nach Boot-Image benötigt sie lediglich 2 bis 4 MB RAM, eine Maus und einen VGA-Bildschirm mit einer Auflösung von mindestens 640 x 480 Pixeln und 16 Farben. Höhere VESA-Modi mit 256 Farben werden ebenfalls unterstützt. Die zweite, noch ressourcenschonendere Version, GentleOS/16, ist für echte 16-Bit-Hardware wie die Prozessoren 8086 oder 80186 vorgesehen. Diese Version benötigt weniger als 192 KB RAM und verwendet einfache CGA-Grafik mit einer Auflösung von 320 x 200 Pixeln und vier Farben.

Als experimentelles Hobbyprojekt verfügt das System nicht über die heute üblichen, fortschrittlichen Funktionen. Beide Versionen arbeiten, indem der gesamte Code in eine einzige Binärdatei kompiliert wird, die direkt auf der Hardware ausgeführt wird – ähnlich der Firmware von Mikrocontrollern. Der Code ist in einfachem C mit wenig Assembler geschrieben, was es Entwicklern ermöglicht, die Logik leicht nachzuvollziehen. Dieser Ansatz hat jedoch erhebliche Einschränkungen. Das System besitzt keinen virtuellen Speicher, keine getrennten Benutzer- und Kernelbereiche und kein Multitasking mit Prioritätszuweisung. Es bietet außerdem keine Dateispeicherung oder Netzwerkanbindung. Das gesamte System läuft ausschließlich im Arbeitsspeicher und ist Single-Threaded. Die Hauptschleife verarbeitet die Grafik und sendet Befehle an eingebettete Programme.

Trotz der technischen Einschränkungen wirkt der Desktop überraschend gemütlich. Der Nutzer erhält eine Retro-Umgebung mit schwebenden Fenstern, einer Seitenleiste mit Symbolen und einem schlichten Farbschema. Zur Ausstattung gehören eine Retro-Uhr mit großen, segmentierten Ziffern, die sich in Echtzeit aktualisieren, das klassische Klondike-Solitaire, ein Farbpaletten-Editor und ein Systeminformationsfenster. Einfache Programme für Kalender, grundlegende Mathematik, Zeichnen und einige weniger anspruchsvolle Spiele funktionieren ebenfalls auf diese Weise.


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