Möchten Sie 600 Betriebssysteme ausprobieren?
Virtuelles OS-Museum (https://virtualosmuseum.org) ist eine umfangreiche digitale Sammlung mit über 1.700 verschiedenen Installationen und über 600 Betriebssystemen für über 250 Plattformen, die auf einen Computer heruntergeladen und per Emulation ausgeführt werden können. Die Sammlung ist größtenteils das Werk von Andrew Warkentin, einem Betriebssystementwickler und -historiker, der das Archiv der Systemabbilder seit 2003 kontinuierlich aufgebaut hat.
Die Sammlung zeichnet sich durch ihren außergewöhnlichen Zeitraum aus. Sie umfasst nahezu die gesamte Geschichte des Computers, vom Manchester Baby von 1948, dem ersten Computer mit speicherprogrammierbaren Systemen, bis zu den frühen Android-Versionen von 2011. Dazwischen finden sich zahlreiche Systeme, die heute nur noch einem kleinen Kreis von Computerbegeisterten, Historikern und Sammlern bekannt sind. Die Sammlung beinhaltet viele DOS-Versionen, MOS für den Acorn BBC Master und sogar Hobby-Betriebssysteme wie NitrOS-9, das die Tandy Radio Shack CoCo-Computer der 1980er-Jahre mit moderneren Funktionen ausstattete.
Der Nutzer kann sehen, wie Benutzeroberflächen gestaltet wurden, wie Dateimanager funktionierten, wie eingeschränkt frühe Entwicklungsplattformen waren und wie anders die Bedienung eines Computers vor den heutigen grafischen Umgebungen war. Jüngere Nutzer erhalten so einen Einblick in die Welt vor Windows 11, macOS, Android und iOS, während ältere Nutzer nostalgisch in die Ära von Windows 95, DOS oder weniger bekannten Computerumgebungen zurückkehren können.
Systemabbilder enthalten üblicherweise keine zusätzliche Software über die im Betriebssystem enthaltene hinaus. Das bedeutet, dass dem Benutzer in der Regel nur grundlegende Programme wie Taschenrechner, Texteditoren, Dateimanager und ähnliche Hilfsprogramme zur Verfügung stehen. Die Benutzererfahrung kann daher recht eingeschränkt sein, insbesondere bei sehr alten Systemen, für die zusätzliche Programme heutzutage schwer zu finden sind.
Für alle, die sich für die Geschichte der Informatik interessieren, ist dies ein ideales Projekt. Anstatt trocken über die Funktionsweise alter Systeme zu lesen, können die Nutzer sie selbst ausprobieren. Sie können nachvollziehen, warum manche Systeme bahnbrechend waren, warum andere verschwanden und wie schnell sich die Erwartungen der Nutzer veränderten.




















