Microsoft erlaubt es offiziell, klassische Xbox-Originalspiele auf dem PC zu spielen.
Microsoft setzt seit Jahren auf Abwärtskompatibilität als einen der Hauptvorteile seiner Xbox-Konsolen. Diesmal weitet das Unternehmen diese Bemühungen jedoch über das Konsolen-Ökosystem hinaus aus. Das neue Programm „Xbox-Abwärtskompatibilität auf dem PC“ ist speziell für PCs gedacht. Nutzer können aktuell zwischen vier Spielen wählen: BLiNX: The Time Sweeper, Conker: Live and Reloaded, Crimson Skies: High Road to Revenge und Fuzion Frenzy. Jedes Spiel kostet ca. 9,20 €, während Xbox Game Pass-Abonnenten und Besitzer bestehender digitaler Lizenzen sofortigen, kostenlosen Zugriff erhalten. Die Verwendung von Original-Discs auf PCs ist leider nicht möglich.
Das Spielen dieser Klassiker auf dem PC bietet einige grafische Verbesserungen, wie z. B. Unterstützung für vertikale Synchronisierung (V-Sync), anisotrope Filterung, verbessertes Anti-Aliasing und eine bis zu vierfache Auflösung des ursprünglichen SD-Signals, was einer Auflösung von bis zu 2.560 × 1.920 Pixeln entspricht. Die Spiele sind jedoch auf ihre native Bildwiederholfrequenz und ihr Seitenverhältnis beschränkt, was in den meisten Fällen 30 Bilder pro Sekunde und ein 4:3-Verhältnis bedeutet. Für die ersten Spiele reicht eine ältere GTX 950-Grafikkarte aus dem Jahr 2015 aus, für das beste Spielerlebnis empfiehlt der Hersteller jedoch das Modell GTX 1070 Ti mit 8 GB Speicher.
Erste Tests von Digital Foundry deuten darauf hin, dass das Spielerlebnis auf dem PC dem auf der Xbox Series X sehr ähnlich ist. Allerdings weisen sie auf einige technische Mängel hin. Dazu gehören eine schwache anisotrope Filterung, Probleme mit der Bildhomogenität, die zu Kameraruckeln führen, und kleinere Grafikfehler in den ersten Spielen.
Aus technischer Sicht ist das Ausführen dieser Spiele auf PCs keine bahnbrechende Neuerung, da Microsoft bereits seit der Xbox 360 auf Software-Emulation setzt. Die Portierung dieser Technologie auf Windows ist relativ einfach und bietet eine Funktion, die inoffizielle Emulatoren schon seit Jahren bereitstellen. Aus geschäftlicher Sicht ist dieser Schritt jedoch deutlich bedeutsamer, da er die Grenzen zwischen Konsolen- und PC-Gaming bei Microsoft weiter verwischt – Teil einer umfassenderen Strategie, ältere Spiele zu erhalten und auf PCs zu portieren.






















