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17.09.2026 07:49

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Lidl schickt fahrerlose Elektro-Lkw auf die Straße

Foto: Lidl
Foto: Lidl

In Edermünde bei Kassel läuft derzeit ein interessanter Logistiktest. Der Einzelhandelsriese hat in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Unternehmen Einride einen autonomen Elektro-Lkw ohne Fahrerkabine auf die Straße geschickt. Das Fahrzeug arbeitet nach SAE-Level 4, was bedeutet, dass es innerhalb eines bestimmten Bereichs völlig selbstständig fährt. Bei Problemen oder Notfällen hält es sicher an, ohne dass ein menschliches Eingreifen erforderlich ist. Es nutzt fortschrittliche Sensoren, Kameras und ein Computersteuerungssystem.

Dieser Lkw bietet Platz für 15 Europaletten mit Trockenwaren. Er pendelt bis zu dreimal täglich zwischen dem Distributionszentrum und einer nahegelegenen Filiale. Während der viermonatigen Testphase sollen über 3.000 Paletten transportiert werden. Mit diesem Projekt sucht das Unternehmen nach Lösungen für komplexe Lieferketten und den zunehmenden Mangel an qualifizierten Fahrern.

Obwohl die Bundesbehörde für Kraftfahrzeugwesen (KBA) eine offizielle Genehmigung erteilt hat, ist bei solchen neuen Technologien Vorsicht geboten. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das auf eine bestimmte Strecke beschränkt ist und nicht für den allgemeinen Einsatz unter allen Wetter- und Verkehrsbedingungen vorgesehen ist.

Autonome Lieferversuche in Europa sind keine Neuheit mehr. Die Entwicklung läuft bereits seit 2019, als ähnliche Fahrzeuge in Schweden getestet wurden. Heute werden autonome Fahrzeuge auch in Häfen und anderen Märkten wie China und den USA erprobt. Die grenzüberschreitende Verbreitung der Technologie könnte jedoch durch die unterschiedlichen nationalen Gesetze künftig deutlich gebremst werden. Bei einer Vereinheitlichung der Gesetzgebung könnte der Markt für autonomen Straßengüterverkehr in Europa bis 2035 ein Umsatzvolumen zwischen 80 und 120 Milliarden Euro erreichen.


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