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27.04.2026 08:20

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Das erste Team mit einem humanoiden Roboter und einer Drohne für Rettungsmissionen

Die Welt der Robotik erlebt einen historischen Meilenstein. Forscher des California Institute of Technology (Caltech) und des Technology Innovation Institute (TII) in Abu Dhabi haben X1 vorgestellt, das weltweit erste Multi-Robotersystem, das einen humanoiden Roboter und eine transformierbare Drohne vereint. Dieses „Dreamteam“ ist für Einsätze in Umgebungen konzipiert, die für menschliche Retter zu gefährlich oder chaotisch sind, und nutzt dabei die Vorteile von Gehen, Fliegen und Fahren in einem einzigen integrierten System.
Foto: Caltech
Foto: Caltech

Das X1-System löst eines der größten Dilemmata der modernen Robotik: die Überwindung der Grenzen einzelner Bewegungsarten. Humanoide Roboter eignen sich hervorragend zum Treppensteigen und Durchqueren enger Gänge, Drohnen fliegen schnell über Hindernisse, und Radroboter sind auf ebenen Flächen am effektivsten. Der X1-Roboter vereint diese drei Modalitäten zu einem kooperativen Ganzen. Kernstück des Systems ist der speziell angepasste humanoide Roboter Unitree G1, der als mobile Plattform dient und einen weiteren Roboter wie einen Rucksack auf dem Rücken trägt.

Dieser „Rucksack“ ist kein gewöhnliches Ausrüstungsteil, sondern der M4 (Multi-Modal Mobility Morphobot), Caltechs bahnbrechender, formwandelnder Roboter. Der M4 kann sich im Handumdrehen von einer Quadcopter-Drohne in ein Fahrzeug mit Rädern oder sogar in einen zweirädrigen Roboter verwandeln, der für bessere Sichtverhältnisse steht. Bei einer Vorführung auf dem Caltech-Campus bewegte sich der humanoide Roboter X1 souverän durch die Bibliothek und die Labore, bis er einen erhöhten Punkt erreichte. Dort lehnte er sich nach vorn, sodass der M4-Roboter direkt von seinem Rücken abheben konnte.

Der Schlüssel zum Erfolg des X1-Systems liegt nicht nur in der Hardware, sondern auch in seiner fortschrittlichen künstlichen Intelligenz und seinen physikalischen Modellen. Projektleiter Professor Aaron Ames erklärt, dass der Roboter nicht allein auf aufgezeichneten menschlichen Bewegungen basiert, sondern „lernt, physikalisch korrekt zu gehen“. Dadurch kann er sich auch mit schwerer Last stabil auf unebenem Gelände und Treppen fortbewegen. TII hat wichtige Komponenten für die sichere autonome Navigation und die Echtzeit-Datenverarbeitung beigesteuert, sodass der Roboter auch bei Ausfall der Kommunikationsnetze Entscheidungen ohne direkte menschliche Steuerung treffen kann.

Das X1-System ist etwa 130 cm lang (entsprechend der Körpergröße des Humanoiden), während die M4-Drohne so kompakt ist, dass sie die Gehfähigkeit nicht beeinträchtigt. Dieses Tandem repräsentiert die Zukunft der schnellen Reaktion auf Notfälle. Der Humanoide kann die Drohne über weite Strecken und Hindernisse tragen, wo die Drohne zu viel Energie verbrauchen würde, während die M4 anschließend schnelle Luftaufklärung durchführen oder medizinische Notfallhilfe an sonst unzugängliche Orte liefern kann.


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