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19.06.2026 16:16

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Werden smarte Brillen am Steuer verboten?

Foto: Meta
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Gesichtserkennungstechnologie rückt immer stärker in den Fokus der Gesetzgeber. Illinois steht kurz davor, als erster US-Bundesstaat die Nutzung von Datenbrillen am Steuer ausdrücklich zu verbieten. Der Gesetzentwurf hat das Gesetzgebungsverfahren bereits durchlaufen und wartet nun auf die Unterschrift des Gouverneurs. Die Maßnahme erweitert die bestehende Definition elektronischer Geräte im Straßenverkehr erheblich. Zwar haben auch andere Bundesstaaten, wie beispielsweise New York, ähnliche Beschränkungen für am Kopf getragene elektronische Geräte vorgeschlagen, doch ist es bisher in keinem der beiden Bundesstaaten zur Abstimmung im Senat oder Repräsentantenhaus gekommen.

Das Gesetz in Illinois trifft eine wichtige Unterscheidung, da es nicht zwischen Brillen mit und ohne integriertem Bildschirm differenziert. Anders als Mobiltelefone, die Fahrer legal per Bluetooth und über das Infotainmentsystem des Autos freihändig nutzen dürfen, ist die Verwendung von Smartglasses unter allen Umständen verboten. Die Ausnahmen, die für andere Kommunikationsgeräte gelten, finden auf Smartglasses mit künstlicher Intelligenz keine Anwendung, selbst wenn der Fahrer sie per Sprachbefehl steuert. Auch die Nutzung im Stau bei eingelegtem Leerlauf oder Parkstellung ist untersagt.

Die Einführung der neuen Regelung hat auch finanzielle und rechtliche Konsequenzen. Die erste Geldstrafe für einen Verstoß beträgt etwa 70 Euro, bei wiederholten Verstößen erhöht sie sich auf rund 140 Euro. Noch schwerwiegender sind die Folgen, wenn ein Fahrer mit dieser Brille einen schweren Verkehrsunfall verursacht, da ihm in diesem Fall eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat vorgeworfen wird.

Einerseits erscheint diese Entscheidung logisch, da ein Bildschirm direkt vor den Augen des Fahrers ein Paradebeispiel für Ablenkung ist. Die Maßnahme gewinnt auch aufgrund der Pläne von Technologiekonzernen an Bedeutung. Amazon beispielsweise entwickelt eine Brille, die Navigationsdaten während der Fahrt direkt vor die Augen von Lieferfahrern projiziert. Auch die Meta-Brille von Ray-Ban bietet Navigationsfunktionen, und obwohl der Hersteller dringend von deren Verwendung im Fahrzeug abrät, verbietet er sie technisch nicht. Es wird erwartet, dass solche Verbote noch häufiger werden, da Google, Samsung und möglicherweise auch Apple planen, im nächsten Jahr in den Markt für smarte Brillen einzusteigen, was bereits jetzt bei den Regulierungsbehörden für Unruhe sorgt.


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